Realer Irrsinn: Schnelles Internet für Friedhof | extra 3 | NDR


Im Landkreis Vorpommern-Greifswald
leben moderne Menschen, die gerne im Internet surfen –
so wie Ricardo Voß aus Zarnekow. Er braucht schnelles Internet
für seinen Agrar-Betrieb. Das hat er aber nicht. Man wartet und wartet,
und nix passiert. Bald wird alles anders. Bund, Land und Kreis planen 216 Mio. Euro
für schicke Glasfaseranschlüsse. Highspeed-Surfen –
bis der Arzt kommt. Sie kriegen doch jetzt
ein super Internet: Glasfaser. Aber nur vorm Zaun,
nicht bis zum Betrieb. Mit den Fördergeldern darf ja nicht
Hans und Franz angeschlossen werden. Deshalb können viele Bürger
kein schnelles Internet bekommen, wie Ricardo Voß –
im Gegenteil zu seinem Nachbarn: Einem stillgelegten Bahnhofsgebäude. Das ist wie ein Schildbürgerstreich. Aber nein, dafür gibt es eine gute
Erklärung vom Energieministerium: Der Staat fördert also nur da, wo Privatunternehmen
keinen eigenen Ausbau planen. Dass die Bürger
das nicht einsehen … Das Kabel geht
vier Meter an meinem Haus vorbei. Und Sie werden angeschlossen? Nein. Jeder guckt in den Graben:
“Oh, da ist ‘n Kabel drin.” Aber das ist nur so klein, weil nur
zwei Haushalte angeschlossen werden, nicht aber die anderen 50 Haushalte.
Ich versteh’s nicht! Es kann doch nicht jede Bruchbude
schnelles Internet kriegen! Die Friedhofskapelle
anscheinend schon … Es ist unbegreiflich,
dass die Friedhofskapelle einen Anschluss bekommen soll,
aber nicht der Rest des Dorfes. Das ist nicht nachzuvollziehen. Fühl mich verarscht.
Wer wohnt schon aufm Friedhof? Na, irgendwann wohnt ihr alle da! Spätestens dann
hätten alle schnelles Internet. Ruhet in Frieden, in Ewigkeit, Amen.

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